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Das Jahr 2010 ist zu Ende. Was bleibt in Erinnerung? Ein kalter Winter, ein früher und heißer Sommer, aber ein verregneter August. Wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland in ungeahntem Ausmaß und eine begeisternde Fußball-WM. Aus Sicht der Gemeindevertretung war das Jahr arm an Höhepunkten. Selten haben die gemeindlichen Gremien so wenig getagt.
Wann ist das Bürgerhaus schon mal bei einer Gemeindevertreter-Sitzung so voll? Selbst das Fernsehen war da. Allerdings war das Thema an sich ziemlich schnell durch, da der Bürgermeister als Investor angesichts der öffentlichen Meinung sofort einen Rückzieher gemacht hatte. Ob dies alles allerdings eine nachhaltige Wirkung haben wird, kann bezweifelt werden. Das einzig greifbare Ergebnis war der Entschluss, für Brokstedt ein Energiekonzept zu entwickeln. Dieses Thema ist bisher vom zuständigen Umweltausschuss nicht angegangen worden.
Ein Bürger regte an, eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h von Willenscharen, Hof Ansgarius, bis zum Ortseingang Brokstedt einzurichten. Dies ist sowohl aus Sicherheitsaspekten als auch aus ökologischen Gründen sinnvoll. Allerdings scheitert der Vorschlag an der Verkehrsaufsicht – es passieren zu wenige Unfälle. Also darf auf diesen 700 m weiter so lange gerast werden, bis genügend Unfälle passiert sind.
Die Website der Gemeinde ist aufgrund ihrer mangelhaften Gestaltung und Übersicht ebenfalls seit einiger Zeit in der Kritik. Bereits auf der Septembersitzung der Gemeindevertretung wurde angekündigt, dass eine neue Seite konzipiert wird. Auch hier ist bisher kein Ergebnis sichtbar. Sehen Sie selbst! Das letzte große Thema war, wie in jedem Jahr, der Haushalt. Erstmals seit Jahren sieht es nicht mehr so rosig aus. Zur Deckung des Haushalts 2011 muss auf die Rücklagen zurückgegriffen werden – zumindest im rechnerischen Ansatz. Es bleibt die Hoffnung, dass es – wie so oft – nicht so schlimm kommen wird, wie befürchtet. Die Zeit für große Zusatzausgaben ist das laufende Jahr jedoch nicht. Hat die Gemeindevertretung wenigstens in der gewohnten Häufigkeit getagt, so haben sich die Ausschüsse 2010 merklich zurückgehalten. Nur der Ausschuss für Gesundheit, Kultur und Soziales hat mit drei Sitzungen und vielen Veranstaltungen ein gehöriges Pensum abgeleistet. Themen waren Ausfahrten, die Seniorenweihnachtsfeier, die Dorfchronik, die Einrichtung eines Museums usw. Das 10. Geburtstag von MiLe war Anlass, am 03. Oktober den Dorfplatz offiziell einzuweihen. Ein von der AFW angeregtes Thema war der Weihnachtsmarkt. Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit MiLe und der Kirche durchgeführt. Angegliedert an das „Singen unterm Stern“, das bereits seit Jahren stattfindet, wurde eine stimmungsvolle Veranstaltung daraus. Gestört hat viele Besucher allerdings, dass die CDU die Gelegenheit als Partei-Werbeveranstaltung missverstanden hat. Nicht nur, dass man sich als Mitveranstalter aufführen lassen hat: unter großem CDU-Schirm wurden neben Glühwein auch Apfelsaft (was nicht abgesprochen war) und CDU-Flugblätter verteilt. Das hatte die AFW eigentlich nicht gemeint, als sie die Veranstaltung angeregt hatte. Offensichtlich haben aber auch einige CDU-Mitglieder bemerkt, dass sie hier ein wenig daneben lagen. Daher hoffen wir, dass eine solche Veranstaltung wieder stattfindet, dann aber ohne Parteiwerbung! Dagegen ist der Finanzausschuss mit einer einzigen Sitzung ausgekommen, auf der der Haushalt verabschiedet wurde. Im Jahr 2009 waren es noch 2 Sitzungen. Auch der Umweltausschuss hat nur eine Sitzung durchgeführt (2009: 3 Sitzungen, davon eine als Besichtigung einer Klärschlammvererdungsanlage). Hier kommt jedoch erschwerend hinzu, dass die Einladung zur Sitzung nur genau die 4 Punkte enthielt, die schon genau ein Jahr vorher auf der Tagesordnung standen. Seit zwei Jahren beschäftigt sich der Ausschuss mit Hundetoiletten, Blumenpflanzaktionen, Storchenmasten und einer Klärschlammvererdungsanlage. Das Thema „Energiekonzept für Brokstedt“ stand bisher nicht auf der Tagesordnung – „aus Zeitgründen“. Der Bauausschuss hat nicht getagt (2009: 2 Sitzungen). Die AFW hat daher aufgrund der allgemeinen Themenarmut – wieder einmal – beantragt, Bau- und Umweltausschuss zusammen zu legen. Anlass war das Ausscheiden des langjährigen Bauausschuss-Vorsitzenden Manfred Kock. Erwartungsgemäß ist die Mehrheitsfraktion der CDU auch diesmal dem Vorschlag nicht gefolgt. Begründung war diesmal, dass es so viel zu tun gäbe, dass man jedes Mitglied bräuchte. Oder andersherum: für so viele Gemeindevertreter und bürgerliche Mitglieder müssen genügend Posten geschaffen werden, weil nur so das allgemeine Interesse an der gemeindlichen Arbeit hochgehalten und langfristig für Nachwuchs in der Gemeindevertretung gesorgt werden kann. Das ist natürlich eine Argumentation, der man sich nur schwer verschließen kann.
Der Winter fängt schon wieder genauso an wie der vorige. Hoffen wir auf den Sommer. Denn dann findet wieder das große Dorffest statt. Die AFW hat wieder eine ganze Reihe von Veranstaltungen im Repertoire. Auch wir werden uns für das Dorffest wieder etwas einfallen lassen. Auf jeden Fall wünschen wir allen Brokstedterinnen und Brokstedtern ein Glückliches und Gesundes 2011.
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