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Die Allgemeine Freie Wählervereinigung Brokstedt
Die Geschichte der AFW
1994: Die Gründung
Im Jahr 1994 hatten mehrere Brokstedter Bürger den Eindruck, von den etablierten Parteien in Brokstedt nicht mehr genügend vertreten zu werden.
Entscheidungen der Gemeindevertretung erschienen nicht ausreichend transparent, der Bürger wurde nicht genügend in Entscheidungsprozesse eingebunden. Man fand daher, dass es an der Zeit sei, eine dritte politische Kraft zu installieren, die für mehr Offenheit und Bürgernähe stehen sollte.
Im Januar 1994 fand eine Bürgerversammlung zur Gründung der Allgemeinen Freien Wählervereinigung Brokstedt statt. 22 Mitglieder trugen sich in die Gründungsliste als erste Mitglieder ein.
Bereits zwei Monate später im März 1994 nahm die AFW erstmals an den Kommunalwahlen teil und errang einen Sitz in der Gemeindevertretung. Dieser Sitz gehörte unserem späteren Bürgermeister Ewald Raab.
Im Laufe der Legislaturperiode schied Wolfgang Hanisch aus persönlichen und sachlichen Gründen aus der SPD-Fraktion aus und gründete zusammen mit Ewald Raab die erste AFW-Fraktion in der Brokstedter Gemeindevertretung, obwohl er sich erst gegen Ende der Legislaturperiode als Mitglied der AFW einschrieb.
Wichtigstes politisches Mittel der AFW war die Information in Form von Info Briefen. Die betont sachliche Information kam und kommt bei den meisten Bürgern gut an. Insbesondere die Information und die kritische Auseinandersetzung mit einem Störfall im Klärwerk, der der Gemeinde hohe Kosten und dem Gebührenzahler höhere Gebühren einbrachten und der erst fast ein Jahr danach aufgeklärt wurde, rüttelte viele Bürger auf.
Kommunalwahl 1998 – Ewald Raab wird Bürgermeister
Die Kommunalwahl 1998 bescherte der AFW, die zuvor einen Wahlkampf u. a. mit den Themen Klärwerk und Bürgernähe geführt hatte, vier Sitze in der Gemeindevertretung. Die SPD bekam drei, die CDU sechs Sitze. Somit hatte erstmals die CDU keine Mehrheit. Nach Gesprächen mit beiden Parteien votierte die Mitgliederversammlung dafür, in einer Zählgemeinschaft mit der SPD Ewald Raab zum Bürgermeister zu wählen. Nur so glaubte man, in der Gemeinde einen Neuanfang machen und die eigenen Ziele umsetzen zu können.
In der Tat wurde vieles angepackt und erreicht, wie die Erweiterung des Klärwerks, ein neues Baugebiet (Dellen, B10), zwischen Kirchenstraße und Dorfstraße die Erweiterung der Schule und der Neubau einer Sporthalle.
Mit Ewald Raab stand ein Bürgermeister der Gemeinde vor, der mehr als jeder andere für Bürgernähe und Offenheit steht. Wichtige Entscheidungen wurden in Einwohnerversammlungen vorbereitet, wo jeder Bürger der Gemeinde Gelegenheit hatte, sich zu äußern und mitzudiskutieren. Information wurde mehr denn je groß geschrieben. Die meisten Entscheidungen wurden von allen Parteien mitgetragen, doch die treibenden Kräfte waren fast immer die Leute der AFW, allen voran Ewald Raab.
Allerdings hatten die Erfolge auch eine Kehrseite. Nach dem Austritt eines Gemeindevertreters aus der AFW-Fraktion kam es zu immer größeren Spannungen auf zwischenmenschlicher Ebene mit dem Zählgemeinschafts-Partner SPD.
Anfang des Jahres 2001 wechselte die SPD die Seite und wählte gemeinsam mit der CDU und dem ehemaligen AFW-Kandidaten den Bürgermeister Ewald Raab ab. Dieser Vorgang fand ein großes Echo in der Presse weit über Brokstedts Grenzen hinaus. Die entscheidende Gemeindevertretersitzung fand im großen, mit Zuschauern beinahe überfüllten Saal des Bürgerhauses statt. Die Zuschauer standen mit überwältigender Mehrheit lautstark hinter Ewald Raab und konnten dennoch nicht verhindern, dass CDU und SPD ihn ohne Angabe von Gründen seines Amtes enthoben. Die SPD verweigerte dem neuen Bürgermeister Clemens Preine zu dessen Wahl zwar ihre Stimmen, dennoch entschloss man sich in der Folge zu einer Zählgemeinschaft mit der CDU und warf, die neuen Mehrheitsverhältnisse nutzend, viele AFW-Mitglieder aus den Ausschüssen.
Gleichzeitig begann man eine beispiellose Verleumdungs- und Diffamierungskampagne, sowohl und vor allem gegen Ewald Raab, als auch gegen andere verdiente AFW-Miglieder wie zum Beispiel Camilla Hempel.
Kommunalwahl 2003 – AFW erneut zweitstärkste Fraktion in Brokstedt
Getragen vom landes- und bundespolitischen Aufwärtstrend und mit dem Bürgermeister-Bonus im Rücken gewann die CDU die Kommunalwahlen mit neun von jetzt siebzehn Sitzen.
Dahinter wurde die AFW mit sechs Sitzen zweitstärkste Fraktion. Die SPD kam nur noch auf zwei Sitze. Die Wahl von Ewald Raab zum stellvertretenden Bürgermeister wurde von den Parteien blockiert, es kam zu einem weiteren Wahltermin.
Im Frühjahr 2004 trat Ewald Raab aus gesundheitlichen Gründen von allen Ämtern zurück.
Die Zusammenarbeit mit der CDU wurde jetzt deutlich entspannter. Erstmals kam es zu einem sachorientierten, z. T: geradezu freundschaftlichen Miteinander. Allerdings standen auch keine Reizthemen auf der Tagesordnung
Kommunalwahl 2008 – AFW verliert erstmals in ihrer Geschichte einen Sitz
Das konstruktive Miteinander hatte Folgen. Obwohl die AFW an allen Entwicklungen im Dorf entscheidenden Anteil hatte, kam sie bei der Kommunalwahl 2008 nur noch auf fünf Sitze. Und das, obwohl die SPD gar nicht mehr angetreten war. Die CDU hat jetzt also mit 12 von 17 Sitzen fast eine Zweidrittel-Mehrheit.
Die Gründe sind vielfältig. Zum einen profitiert die CDU von der Popularität ihres Bürgermeisters, zum anderen wird die AFW aufgrund fehlenden öffentlichen Streits nicht mehr so stark in der Bevölkerung wahrgenommen. Da die SPD nicht mehr angetreten war, hatte die CDU aus Furcht vor einer stärkeren AFW es wesentlich stärker geschafft, ihre Wähler zu mobilisieren. Dagegen mögen alteingesessene SPD-Wähler immer noch Vorbehalte gegen ihr ehemaliges Feindbild gehabt haben.
Die historisch niedrige Wahlbeteiligung ist offenbar der CDU zugute gekommen.
Die inhaltliche Arbeit in der Gemeindevertretung hat das Wahlergebnis allerdings nicht beeinträchtigt.
Die AFW orientiert sich trotz der Gefahr, nicht ausreichend wahrgenommen zu werden, am Wohl Brokstedts. Eine Fundamental-Opposition, die grundsätzlich alles ablehnt, was vom „Gegner“ kommt, steht nicht zur Debatte. Vielmehr versucht die AFW mit besseren Argumenten die CDU-Gemeindevertreter zu überzeugen. Was oft gelingt, aber hin und wieder auch scheitert.
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