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Zum Thema “Eisvogel” erreichte uns ein Leserbeitrag von Frau Christa Krieger aus Sibbersdorf: Es betrifft das Brückenprojekt zur Landzunge Hardebeker/Wiemersdorfer Au in Brokstedt. Wir haben hier in unserem Ort einen wunderschönen „fliegenden Edelstein“, den Eisvogel (Alcedo atthis). Er ist ornithologisch wohl unser schönster Vogel in Deutschland. Weltweit sollen 100 verschiedene Arten von ihm existieren. In unseren heimischen Wäldern in der Bundesrepublik ist er aber nur einmal vorhanden. Der sehr scheue Geselle ist bei uns recht selten geworden, weil der Lebensraum nicht mehr seinen Anforderungen von unberührter Natur entspricht. Der Mensch ist mehr und mehr eine Gefahr für ihn geworden. 1996 gab es in Deutschland noch 3500 Vögel dieser Art. Wir hier in Brokstedt/Sibbersdorf dürfen uns freuen, denn hier ist er noch zu beobachten. Im Sommer fliegt er mehrmals täglich meinen Teich an, um sich den einen oder anderen Fisch herauszuholen. Dabei kann ich ihn gut beobachten, solange ich mich nicht bewege. Nun zur Sache: Es geht um die geplante Brücke zur Landzunge hinüber. Sie ist eingerahmt von der Wiemersdorfer Au und der Hardebeker Au. Mein erster Gedanke war: Super! Es wachsen reichlich Beeren und Pilze dort und es ist „Ruhe über den Wipfeln“, kurz ein Idyll. Aber gleich darauf kam der Gedanke an den kleinen scheuen Fischjäger. Wenn ein Gebiet geeignet ist für ihn, dann diese Landzunge. Denn dort hat er günstige Gelegenheit, seine Brut groß zu ziehen. Unser kleiner, gefiederter Freund brütet gern auf der Nord- bzw. Westseite eines Wassergrabens, Flusses oder Sees, gerne auch an Steilküsten. Die Ausflugslöcher der Bruthöhlen sind meist in Richtung Süden oder Osten angelegt. Die Gewässer sollten besonders fischhaltig sein. Er nimmt aber auch andere Beutetiere auf, z. B. Libellenlarven, Kaulquappen, kleine Fröschchen. Gerne nützt der Eisvogel auch Wurzelbereiche von umgestürzten Bäumen. Sehr behagt ihm auch ein reicher Baum- und Strauchbewuchs. Und wenn er dann noch einen 1 bis 2,5 cm starken Ast findet, der so zwischen 50 und 100 cm Abstand über seiner Futterstelle liegt, dann findet er die Lage geradezu ideal. Die Wasserqualität sollte nach seinen Ansprüchen möglichst glasklar sein. Diese Voraussetzungen habe ich ihm so gut es geht in meinem Garten geschaffen, jedenfalls macht er regen Gebrauch davon. Der Bestand des Eisvogels ist gefährdet, einmal durch die Natur – z. B. Winter mit langen Frostperioden setzen ihm zu – und zweitens durch den Menschen. Obwohl es mehrfache jährliche Brutzeiten gibt, die einiges ausgleichen können, so sterben doch ganze Vogelgenerationen, wenn der Mensch durch Regulierungsmaßnahmen in den sensiblen Bereich der Natur eingreift. Wer von uns den Naturschutz als Aufgabe ansieht und den Eisvogel hier im Auenland erhalten möchte, der sollte sich auch mit wenig populären Entscheidungen auseinander setzen, das aber rein sachlich. Noch ist kein Spatenstich getan. Wir haben eine Verantwortung für die Natur zu übernehmen, der kleine Vogel kann es nicht. Irgendwann im Leben müssen wir Entscheidungen treffen und zu ihnen stehen, auch wenn es der Allgemeinheit nicht zusagt. Wir leben hier in Brokstedt mit und in der Natur. Es gibt Wanderwege und Pfade, die ich als ausreichend empfinde. Die großen Städte müssen im Gegensatz viel Geld ausgeben für ihre grünen Lungen. Zu viele Pflanzen und Tiere wurden schon den Interessen der Menschen geopfert. Aber noch immer herrscht hier eine zu große Sorglosigkeit. Zugegeben: auch ich hin- und hergerissen zwischen Wunsch und Verantwortung. Aber meine Entscheidung fällt eindeutig zugunsten des Eisvogels. Geben wir doch unseren Kindern und Enkeln die Möglichkeit, diesen wunderschönen farbigen Vogel zu beobachten. Nicht umsonst ist er der Vogel des Jahres 2009. |
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